Erstmals Betankung eines Ammoniak-Schiffes von Schiff zu Schiff geglückt
In Japan haben Partnerunternehmen erstmals erfolgreich ein ammoniakbetriebenes Schiff direkt auf See von einem Tanker aus betankt. Die Testreihe soll wichtige Erkenntnisse für die Nutzung klimaneutraler Schiffstreibstoffe liefern.
Sicherheitstests und geplante Erprobung
Das neue Schiff soll im November an NYK geliefert werden und anschließend Seeversuche absolvieren, bei denen Ammoniak als Treibstoff verbrannt wird. An der Demonstration waren neben NYK und Japan Marine United auch Nihon Shipyard, Mitsubishi Gas Chemical und Kokuka Sangyo beteiligt.
Ammoniak gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten unter den kohlenstofffreien Schiffstreibstoffen, da bei der Verbrennung kein CO2 freigesetzt wird. Die Toxizität des Stoffes stellte bisher jedoch ein erhebliches Hindernis für die Nutzung dar, insbesondere hinsichtlich sicherer Bunkerverfahren und des Managements an Bord.
Sicherheitsaspekte und staatliche Förderung
Das Konsortium entwickelte vor dem Transfer spezielle Betriebsverfahren sowie Arbeitsabläufe und nutzte den Versuch, um praktische Sicherheitsdaten für das Umfüllen von Ammoniak zwischen Schiffen zu sammeln.
Die Entwicklung des Neubaus wurde durch das japanische Förderprogramm „Green Innovation Fund“ mit einem Volumen von 2 Billionen Yen (13,7 Milliarden US-Dollar) unterstützt, welches Technologien zur Erreichung des japanischen Klimaneutralitätsziels für 2050 fördert. NYK verfügt bereits über betriebliche Erfahrung mit dem Treibstoff durch die Sakigake, einen 2024 umgebauten Schlepper, der als weltweit erstes kommerzielles ammoniakbetriebenes Schiff beschrieben wurde. Dieses Schiff wurde per Lkw-zu-Schiff-Bunkering betankt, was eine weit einfachere Operation darstellt als die nun demonstrierte Übertragung von Schiff zu Schiff.